Da ist doch wieder irgendwas gewaltig schief gegangen. Die Notbremse habe ich gezogen und sitze doch schon wieder in einem Zug, der mit atemberaubender Geschwindigkeit bergab braust. Herausspringen wäre Wahnsinn, aber was soll ich nur tun. So viele Notbremsen wie ich sie benötige gibt es doch gar nicht. In keinem Zug der Welt. Wieder bin ich in der Entscheidungsbredoullie. Finde den Ausgang des Labyrinths nicht. Was mache ich nur mit mir?
Ich könnte ihm den Hals umdrehen! Bin voller Aggresion gegen meinen Chef, der mir mit seinem flappsig, flockigem Gehabe die Arbeit der nächsten Monate total erschwert hat. Wochen und Monate habe ich damit verbracht Vertrauen aufzubauen, mit zwei Sätzen in einer Mail hat er mir das alles kaputt gemacht. Wie soll ich da sinnvoll weiterarbeiten? Wenn ich mich bei ihm beschwere, wird er nicht mal einsehen, was für einen Scheiß er gemacht hat. Nur weil er sich kurz mal hat aufplustern müssen. Viel Luft und nichts dahinter. Wenn ich mich beschwere – was ich ganz sicher am Dienstag machen werde – werde ich wieder als Schwarzseherin und ewig Kritisierende angesehen. Insgeheim nehme ich mir vor, ihn nicht mehr in alle Einzelheiten meiner Arbeit einzuweihen. Aber was ist das für eine Zusammenarbeit? Wenn man den Arbeitsstand dem Chef verheimlicht? Egal. Irgendwas muss geschehen, sonst platze ich.
[...] Großen und die Kleinen Heute mit dem Chef telefoniert. Er mit mir – nicht umgekehrt. Seine Chefsache hat selbstverständlich für große Aufruhr am anderen Standort geführt. Aber an anderer Stelle als ich dachte. Bin halt doch naiv. Die Großen [...]
Von: Die Großen und die Kleinen « Silbersturms Blog am Januar 12, 2009
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